gerelcalow
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| Mitglied | März 22, 2014 (12 Jahren) |
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Biografie
Mein Leben (Parodie auf einen Pechvogel)
Mein Leben verlief so chaotisch und vielfarbig, dass ich es manchmal selbst nicht glauben kann.
Im Zweiten Weltkrieg wurde ich in einer Lutherstadt in der Lutherstraße geboren und hatte die Nabelschnur um den Hals, aber zum Glück nicht zu lange. Während die Hebamme sich um meine Mutter kümmerte, soll ich meinem ersten Protest laut Stimme gegeben und mir die Windel, die mich wärmen sollte, vom Leib gestrampelt haben. Ziemlich dusselig, nicht wahr?
Wegen meiner Magerkeit wurde ich oft verschickt und lernte dabei viel, aber nicht den Grießbrei mit Vergnügen zu essen. Als meine Mutter einmal etwas Käse beim Brote machen naschte, wollte ich auch welchen. Das Käsebrot nahm ich nicht: „Ich wollte doch Käse ohne Brot!“
Dass ich früher gern gemalt hätte, kann ich nicht sagen, Buntstifte kannten wir nur vom Kindergarten, eigene bekam ich erst für die Schule.
Unsere Mutter war nie für abgekürzte Namen, nicht mal das zärtliche "Pippi" meiner Großmutter wollte sie zu Hause hören.
In der vierten Klasse hatten wir Fräulein Schneider in Deutsch. Sie war am Rücken verwachsen, aber sie verstand als erste meine Aufsätze richtig und darum habe ich bis heute ein gutes Gefühl an sie zu denken.
In meiner Jugmädelgruppe nannten die Mädchen mich Goethe, es gab auch eine Schiller, die Missionarin werden wollte. Aber ich spielte in der Laienspielgruppe der Schule erfolgreich, die leitete unsere Physiklehrerin. Und obwohl das nichts miteinander zu tun hatte, stieg ich auch bei ihr im Fach auf eine Eins. Unglaublich, denn ich habe in Chemie immer eine Vier gehabt und in Mathe Dreier.
Als die siebte Klasse erreicht war, unterrichtete uns Fräulein Conrad in Zeichnen. Nie zuvor hatte ein Zeichenlehrer meine Bilder erkannt, sie waren so chaotisch, wie die in meinem Kopf; aber als es daran ging, Dinge zu malen, die vor uns lagen, geriet mir das gut genug für Einser.
Aber das Wichtigste lernt man/frau im Leben und durch meine Aufmerksamkeits Defizit Störung ist mir vieles entgangen, was andere schnell glernt haben. Selbstbewusstsein konnte ich schon von Hause aus nicht haben, "Trudelsuse" nannte mich meine Mutter, weil ich immer so lange zu den häuslichen Pflichtarbeiten benötigte. Die sind mir heute noch langweilig. Garten und Blumen machen eben mehr Freude, besonders jetzt im Alter ist jedes Blümlein am Wegrand wichtig, um mich daran zu erfreuen.
Bücher sind ebenso wichtig, Gedichte und spannende Krimis am liebsten.
Seit vielen Jahren sitze ich immer wieder an einem Manuskript für einen Roman, leider kriege ich keine gescheite Übersicht oder ein Exposee zustande. Niemand hat Zeit, es zu lesen und mir zu helfen. Ach, ich wäre ja so dankbar dafür!!!
Aber meinen Humor habe ich trotzdem nicht verloren. Da gibt es eine Menge freche, heimliche Verse. Wenn man so alt ist wie ich, ist ein bisschen Hoffnung sooooooooooooooooooo wichtig.